Tag 9 – Milford Sound

Achtung – heute erwartet Euch eine wahre Flut an Fotos. Aber ich konnte mich nicht entscheiden, welche ich nehmen sollte. Und ich hab schon ganz viele aussortiert. Das Ganze hat aber auch einen wichtigen Grund – und weil der Bericht so lange ist, hat es auch zwei Tage gedauert…

Wir haben den Milford Sound besucht. Zum Einen sind wir den Milford Highway mit dem Auto entlang gefahren – früh morgens rein und am Nachmittag wieder raus. Und dazwischen haben wir den Milford Sound in Form einer Bootstour erkundet. Beides war sensationell schön und ist ein MUSS, wenn man in der Gegend ist. Aber fangen wir von vorne an…

Wir hatten die Bootstour im Milford Sound noch kurzerhand am Vortag von 13:30 Uhr auf 10:30 Uhr umgebucht, dass hieß im Umkehrschluss, dass wir uns bereits um 7:30 Uhr auf den Weg für die lange Anfahrt machen mussten. Was aber ein unschlagbarer Vorteil war. Nachdem Ralf kurz hinter Te Anau zwei Reisebusse überholt hatte, konnten wir ansonsten wunderbar mit unserem Tempo bis zum Sound durchfahren.

Der Milford Highway ist eine 120km lange Strecke (von Te Anau aus), für die man je Verkehr zwischen 2,5-3 Stunden braucht. Auf der Fahrt gibt es extrem viel zu sehen: Camps, Unterkünfte, Aussichtspunkte oder Wanderwege. Es ist für jeden was dabei und vor allem ganz viel Natur. Auf der Hinfahrt habe ich meist nur aus dem Auto geknipst. Wir starteten, bei nebligem Wetter und wolkenverhangenen Bergen. Je näher wir aber unserem Ziel kamen, um so mehr kam die Sonne durch. Beim Pops View hielten wir an und konnten den wunderschönen Ausblick auf die mit schneebedeckten Bergspitzen bei warmen Temperaturen genießen. Danach warteten wir ca. 20 Minuten vor dem Homer Tunnel, bevor wir durch die 1,2 Kilometer fahren durften. Als wir aus den Dunkelheit raus kamen, wurden wir wieder mit einem atemberaubenden Blick belohnt. Wir kamen gegen 10 Uhr an und mussten erstmal einen Parkplatz suchen – wie es hier im Sommer aussieht will ich mir gar nicht vorstellen. Tipp: Gleich den ersten Parkplatz nehmen, von da aus geht (geschätzt alle 5-10 Minuten) ein kostenloser Shuttle-Bus zum Abfahrtsstelle der Boote.

Vom Land aus hatten wir schon einen super Blick auf DAS Fotomotiv des Milford Sound: Der Mitre Peak mit seiner Höhe von 1.692 Meter, der direkt aus dem Wasser emporsteigt und absolut beeindruckend ist.

Dann gings aufs Boot – auch hier der Tipp: Nehmt eine frühe Tour, die war längst nicht so voll wie die Touren danach um die Mittagszeit. Wir haben über den Anbieter Real Journeys die Milford Sound Nature Tour gebucht und waren super zufrieden. Wir fuhren an zahlreichen Wasserfällen vorbei und schwindelerregenden Bergen um uns herum durch den Sound, um nach ca. einer Stunde Fahrtzeit das Meer zu erblicken.

Draußen auf der See drehten wir eine kleine Runde und ich bekam ein Gefühl davon wie es sich bei hohen Wellen anfühlt ganz vorne auf dem Schiff (einem großen Schiff) zu stehen. Danach ging es wieder zurück, an weiteren Wasserfällen vorbei bzw. fast darunter hindurch. Auch ein paar Seehunde haben wir angetroffen. Sie sonnten sich auf ein paar Felsen und interessierten sich nicht wirklich für uns Besucher. Im Anschluss fuhren wir ganz knapp (nur ein paar Meter) an einer Steilwand vorbei – als wir nach oben schauten, neigte sich der Berg quasi über uns – ca. 800 Meter harter Felsen… Faszinierend.

Ein Foto ist noch besonders hervorzuheben. Auf diesem sieht man Gletscher, Regenwald und Ozean, was tatsächlich etwas ganz besonderes ist.

Danach sind wir zum Auto zurück gelaufen, vorbei an dem kleinen Flughafen – wo ca. alle 2 Minuten kleine Propellermaschinen und Helikopter für Scenic Flights gestartet sind. Dort geht es zu wie im Taubenschlag. Daraufhin ging es den Highway aus dem Milford Sound wieder zurück. Wir ließen uns aber jetzt richtig viel Zeit und hielten bei vielen Punkten an. Zuerst die Tutoko Suspension Bridge. Sie ist die letzte erhaltene Hängebrücke aus Stahl auf der Milford Road und misst stolze 75 Meter.

Als nächstes stand „The Chasm“ –  der Abgrund auf dem Plan. Man kann gut erkennen wie das Wasser den Stein an vielen Stellen ausgehöhlt hat. Ansonsten beeindrucken die Wassermassen und wie sie sich in kleinen Wasserfällen den Weg abwärts bahnen.

Danach machten wir nochmal einen Abstecher in den Norden Richtung Humboldt Falls: Hier konnten wir einen wirklich schönen und hohen Wasserfall bewundern, der über mehrere Treppen nach unten stürzt. Auf dem knapp 14 km langen Weg gab es zudem eine weitere begehbare Hängebrücke (max 5 Personen !) , sowie das Grab eines Schotten zu sehen, der sich Ende des 19. Jahrhundert im Regenwald verirrte und vor Erschöpfung an genau dieser Stelle verstarb.

Anschließend liefen wir die ersten 2 km auf einem Track in Richtung Lake Marian. Dort konnten wir erneut einen tosenden Gebirgsfluss sehen, der sich wie selbstverständlich seinen Weg durch den umgebenden Regenwald bahnt.

Wieder auf dem Milford Highway angekommen, machten wir einen letzten Stop an den Mirror Lakes, um dann zurück nach Te Anau zu fahren.

Abends hatten wir bei einem Inder reserviert und waren so gierig, dass wir das fotografieren vergessen haben. Es war sehr lecker wie immer. Danach fielen wir hundemüde ins Bett – es war ein langer Tag…

2 Comments

    • Martina Kalmes

      Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub 🙂
      Für die Seele und die Augen ist es ein Traum mit dieser wahnsinnigen Natur…

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